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Kleine belgische Hunderassen
Die kleinen belgischen Hunde der FCI Gruppe 9, Sektion 3 sind eine der unbekanntesten Rassengruppen in D-A-CH – und das hat einen Grund: sie sind selten, werden überwiegend von passionierten Liebhabern gehalten und sind damit von Massenzucht weitgehend verschont. Griffon Bruxellois, Griffon Belge und Petit Brabançon teilen ein Gesicht, das sie wie ständig überraschte Wesen aussehen lässt – und ein gesundheitliches Risikoprofil, das beim Kauf transparent kommuniziert werden muss.
FCI Unterteilung
Hunderassen nach Kleine belgische Hunderassen
Drei Varietäten – eine Rasse
Griffon Bruxellois (rauhaariges rotbraunes Fell), Griffon Belge (rauhaariges gemischtes Fell) und Petit Brabançon (glattes Fell) werden von der FCI als drei Varietäten einer Rasse geführt. Ihr gemeinsamer Ursprung liegt in belgischen Stallhunden, die für die Rattenjagd eingesetzt wurden. Obwohl sie heute als Gesellschaftshunde gehalten werden, trägt ihr Charakter dieses Erbe: lebhaft, eigenständig und mit einem Territorialbewusstsein, das für ihre Größe auffällig ist.
Brachyzephalie: klar benennen
Alle drei Varietäten sind brachyzephal – ihre flache Gesichtsstruktur ist ein Zuchtmerkmal, das mit Atemeinschränkungen verbunden ist. Der Petit Brabançon zeigt durch sein glattes Fell die Brachyzephalie besonders deutlich. BOAS (Brachyzephales Obstruktives Atemwegs-Syndrom) betrifft je nach Zuchtlinie einen relevanten Anteil der Population. Wer einen dieser Hunde kauft, sollte Elterntiere auf Atemqualität beurteilen und einen Tierarzt konsultieren, der die Rasse kennt.
Charakter und Haltung
Griffons sind soziale, lebhafte Hunde, die in engen Kontakt zu ihrer Bezugsperson sind. Im Vergleich zu anderen kleinen Gesellschaftshunden sind sie etwas selbstbewusster und weniger schmusebedürftig auf Befehl. Ihre Wachbereitschaft ist für ihre Größe ausgeprägt. Trennungsangst ist in der Sektion weniger verbreitet als bei Bichons, aber regelmäßige Alleinzeiten müssen früh trainiert werden.
Häufige Fehler – und was wirklich hilft
Griffons werden wegen ihres exotischen Aussehens gekauft, ohne dass die Brachyzephalieproblematik bekannt ist. Besitzer stellen dann fest, dass ihr Hund bei Hitze schlecht toleriert, beim Sport schnell außer Puste kommt und möglicherweise eine Operation zur Atemwegskorrektur braucht.
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet Griffon von Petit Brabançon?
Ausschließlich das Fell: Griffons (Bruxellois und Belge) sind rauhaarig mit Bart; der Petit Brabançon ist glatthaarig ohne Bart. Das Wesen ist bei allen drei Varietäten identisch.
Wie selten sind diese Rassen?
In D-A-CH jährlich deutlich unter 500 Welpen – sie gehören zu den seltenen anerkannten Rassen. Seriöse Züchter sind entsprechend schwer zu finden und haben meist Wartelisten.