In einer Umfrage von Petbook haben über 25 000 Menschen abgestimmt: Welche Hunderassen gelten als besonders „nervig“? Auffällig ist, dass vor allem kleine Rassen auf den oberen Plätzen landeten. Doch was macht sie so polarisierend – und warum haben diese Hunde trotzdem so viele Fans? Wir werfen einen Blick hinter das Image der „unbeliebten“ Hunderassen und erklären, welche Eigenschaften oft missverstanden werden – und welche ihre Beliebtheit begründen.
Umfrage von Petbook: Welche Hunderassen gelten als nervig?
Im Juli 2023 führte Petbook eine grosse Umfrage zum Thema „Welche Hunderassen nerven am meisten?“ durch. Insgesamt nahmen über 25 000 Menschen teil und stimmten über 12 verschiedene Hunderassen ab.
Ziel der Befragung war es, herauszufinden, welche Rassen aus Sicht der Bevölkerung besonders polarisieren – also gleichzeitig sehr bekannt und verbreitet sind und trotzdem als „unbeliebt“ wahrgenommen werden.
Das Ergebnis zeigte ein eindeutiges Muster: Vor allem kleine Hunde landeten auf den oberen Plätzen. Die Umfrage liefert interessante Einblicke in die öffentliche Wahrnehmung von Hunden.
Mehr Details zur Umfrage gibt es direkt bei Petbook: https://www.petbook.de/news/petbook-leser-haben-abgestimmt-die-nervigste-hunderasse-ist
Das Ranking im Überblick
Im Rahmen der Petbook-Umfrage wurden die Teilnehmer gebeten, die Hunderassen zu wählen, die sie am meisten als „nervig“ empfinden. Die folgende Übersicht gibt die Top-Rassen laut der Umfrage wieder.
Wir haben zusätzlich Links zu unseren ausführlichen Rasseportraits ergänzt, damit du mehr über die jeweiligen Hunde erfahren kannst – sowohl über ihre Charaktereigenschaften als auch über ihre (manchmal wohl auch als nervig empfundenen?) Besonderheiten.
Top 1: Chihuahua
- Bei Vielen unbeliebt wegen lautem, selbstbewusstem Auftreten und starkem Territorialverhalten
- Beliebt bei Fans aufgrund ihrer geringen Grösse, Treue und starken Persönlichkeit
- Rasseportrait Chihuahua
Top 2: Mops
- Von Vielen als nervig wahrgenommen wegen röchelnder Atmung, Schnarchen und “komischem” Gesichtsausdruck
- Beliebt wegen liebevollem, charmantem Wesen, Gemütlichkeit und Anpassungsfähigkeit
- Rasseportrait Mops
Top 3: Zwergspitz (Pomeranian)
- Bei Vielen nicht so beliebt durch häufiges Bellen, exzentrischem Verhalten und manchmal überzogene Besitzerpflege
- Beliebt wegen Intelligenz, Lebhaftigkeit und verspieltem Charakter
- Rasseportrait Zwergspitz
- Mehr zur Polarisierung dieser Rasse gibt es auch in unserem Artikel Zwergspitz und Pomeranian – Beliebt aber mit Vorsicht zu genießen!
Top 4: Jack Russell Terrier
- Manchmal zu viel des “Guten” – quirlig, energiegeladen und übermütig
- Beliebt wegen seiner Bewegungsfreude und Intelligenz
- Rasseportrait Jack Russell Terrier
Top 5: Yorkshire Terrier
- Teils schlechter Ruf durch Bellfreudigkeit, dominante Verhaltenszüge und manchmal zickiges Auftreten
- Beliebt wegen Anhänglichkeit, Charme und handlicher Grösse
- Rasseportrait Yorkshire Terrier
Top 6: Deutscher Schäferhund
- Bei Einigen unbeliebt aufgrund seiner Erscheinung, Dominanz und Einschüchterungspotenzial
- Beliebt wegen Treue, Intelligenz und Arbeitsfreude
- Rasseportrait Deutscher Schäferhund
Top 7: Dackel
- Geniesst einen umstrittenen Ruf durch Sturheit, Eigenwilligkeit und ausgeprägtem Jagdtrieb
- Beliebt wegen liebenswertem, lebhaftem und charmantem Wesen
- Rasseportrait Dackel
Top 8: Pekinese
- Bei Vielen unbeliebt wegen selbstbewusstem Auftreten und manchmal distanziertem Verhalten
- Beliebt aufgrund eigenwilligem Charakter, Gemütlichkeit und Persönlichkeit
- Rasseportrait Pekinese
Top 9: Pinscher
- Nicht bei Allen beliebt durch lebhafte, aufmerksame Art und Dominanz gegenüber anderen Hunden
- Beliebt wegen Energie, Intelligenz und Treue
- Rasseportrait Pinscher
Im Originalranking von Petbook tauchen darüber hinaus noch Labrador Retriever, die Dogge und der Husky auf, die in unserer Übersicht nicht berücksichtigt sind, da wir uns hier auf die kleineren, besonders polarisierenden Rassen konzentrieren.
Warum gelten manche Rassen als unbeliebt?
Gerade kleine Hunde wie Chihuahua, Mops oder Zwergspitz fallen in diesem Ranking besonders auf. Sie werden von manchen Menschen als laut, ungestüm oder zu überdreht wahrgenommen.
Dabei spiegeln diese Eigenschaften meist natürliche Verhaltensweisen wider.
Kleine Hunde sind oft besonders aufmerksam und wachsam. Sie registrieren jede Bewegung, jedes Geräusch, und geben Alarm – was auf den ersten Blick nervig wirken kann. Werden sie zudem falsch behandelt oder vermenschlicht – etwa ständig hochgehoben oder wie ein Spielzeug behandelt –, steigt ihr Stresslevel, und ihr Verhalten wird noch intensiver.
Jack Russell Terrier, Yorkshire Terrier und ähnliche kleine, energiegeladene Rassen benötigen zudem viel Auslastung und geistige Beschäftigung. Wird dieser Bewegungs- und Beschäftigungsdrang unterschätzt, entstehen Verhaltensauffälligkeiten, die von Aussenstehenden dann als „nervig“ eingestuft werden.
Letztlich sind es also häufig nicht die Hunde selbst, die „unbeliebt“ sind, sondern die Umstände und der Umgang mit ihnen.
Und warum sie trotzdem geliebt werden
Obwohl bestimmte Hunderassen laut Umfrage häufig als nervig und unbeliebt bezeichnet werden, zeigt die Statistik deutlich: Hunde – und damit auch diese Rassen – spielen eine wichtige Rolle in vielen Haushalten. In Deutschland lebten 2024 rund 10,5 Millionen Hunde, was etwa 21 % aller Haushalte entspricht.
Auch die kleineren, besonders polarisierenden Rassen sind weit verbreitet. Hier einige Beispiele: In München waren 2022 etwa 5 000 Chihuahuas gemeldet (stadt.muenchen.de), und in Sachsen-Anhalt zählte man 2017 immerhin über 7 000 Jack Russells, fast 5 000 Yorkshires und 3 971 Chihuahuas sowie 2 266 Möpse (lvwa.sachsen-anhalt.de).
Diese Zahlen zeigen: Trotz ihres Rufs als „unbeliebt“ sind diese Rassen in vielen Haushalten fest etabliert. Viele Menschen wählen sie bewusst, weil sie Persönlichkeit, Nähe und lebhafte Begleitung bieten.
Ihr Image als nervig überlagert also nicht ihre tatsächliche Beliebtheit und Bedeutung für Halterinnen und Halter.
Fazit
Beliebtheit und „Unbeliebtheit“ sind oft zwei Seiten derselben Medaille. Kleine Hunde polarisieren, grosse Hunde beeindrucken, manche Rassen fallen mehr auf als andere.
Doch hinter jedem Ruf steckt ein individueller Charakter und die Art, wie wir Menschen sie wahrnehmen.
Wer Hunde versteht, erkennt schnell: Keine Rasse ist wirklich „nervig“ – sie sind nur so, wie sie von Natur aus sind, und verdienen Respekt und Aufmerksamkeit.



