Ein Pedigree ist die Ahnentafel eines Hundes – also eine dokumentierte Übersicht über die Abstammung über mehrere Generationen hinweg. In der Hundezucht ist es ein zentrales Dokument, das Zuchtwert, Herkunft, Linienführung und Gesundheit sichtbar macht.

Wie sieht ein Pedigree aus?

Ein typisches Pedigree zeigt 3 bis 5 Generationen an Vorfahren in tabellarischer oder grafischer Darstellung. Es enthält Angaben zu:

  • Name des Hundes
  • Zuchtbuchnummer / Registrierungsnummer
  • Eltern, Grosseltern, Urgrosseltern
  • Zuchtstätte, Titel, Prüfungen, Gesundheitsdaten
  • Zuchtverband / Register (z. B. VDH, FCI, AKC)

In modernen digitalen Pedigrees sind oft auch Verlinkungen zu Gesundheitsdatenbanken oder Fotos enthalten.

Wozu dient ein Pedigree?

Ein Pedigree ist nicht nur Herkunftsnachweis, sondern auch Planungsgrundlage für die Zucht. Es hilft Züchter:innen dabei:

  • Verwandtschaftsgrade und mögliche Inzucht zu erkennen
  • Zuchtlinien zu analysieren (Linienzucht, Outcross)
  • Gesundheit, Leistung, Wesen über Generationen zu verfolgen
  • Passende Deckpartner auszuwählen

Wie liest man ein Pedigree richtig?

Die linke Seite beginnt mit dem Hund selbst, rechts folgen die Vorfahren aufsteigend in Generationen:

  • 2. Generation: Vater und Mutter
  • 3. Generation: Grosseltern väterlich und mütterlich
  • 4./5. Generation: Urgrosseltern usw.

Titel wie CH (Champion), IPO, BH, HD-frei oder DNA getestet geben Hinweise auf Qualität und Gesundheit.

Unterschied zum Abstammungsnachweis

Während ein Abstammungsnachweis meist nur Eltern und Zuchtbuchnummer bestätigt, zeigt ein vollständiges Pedigree mehrere Generationen und enthält zusätzliche Leistungs- und Gesundheitsdaten.

Was verrät ein Pedigree über Gesundheit und Genetik?

Ein gut dokumentiertes Pedigree lässt Rückschlüsse auf:

  • vererbte Erkrankungen (z. B. durch bekannte Genträger in der Linie)
  • genetische Vielfalt (z. B. durch Outcross statt Linienzucht)
  • Häufigkeit bestimmter Ahnen (z. B. Inzuchtgrad)

Fazit: Pedigree als zentrales Werkzeug in der Hundezucht

Ein Pedigree ist weit mehr als ein Stammbaum – es ist eine genetische und züchterische Visitenkarte. Wer verantwortungsvoll züchtet oder einen Hund mit Papieren kauft, sollte das Pedigree verstehen, hinterfragen und sorgfältig analysieren.

Häufige Fragen zum Pedigree beim Hund

Ist jedes Pedigree automatisch seriös?

Nein. Nur Pedigrees von anerkannten Zuchtverbänden (z. B. FCI, VDH, SKG, AKC) garantieren auch eine Kontrolle der Angaben.

Wie viele Generationen sind sinnvoll?

Für die Zuchtanalyse sind mindestens 4–5 Generationen hilfreich, um Linienführung und Inzucht zu erkennen.

Kann man ein Pedigree fälschen?

Leider ja – insbesondere bei unseriösen Verkäufen ohne Verband. Deshalb ist ein Zuchtverband mit Rückverfolgbarkeit wichtig.

Wo kann ich das Pedigree meines Hundes prüfen lassen?

Bei deinem nationalen Zuchtverband oder in öffentlich einsehbaren Online-Datenbanken (z. B. Working-dog, SKG, VDH Zuchtbuch).

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