Erstimpfung

Die Erstimpfung markiert einen wichtigen Meilenstein im Leben eines Hundes. Sie legt die Basis für den Schutz vor gefährlichen Infektionskrankheiten und ist zugleich ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Hundehaltung. In diesem Artikel erfährst Du, wann die Erstimpfung erfolgt, welche Impfungen empfohlen werden und was Du beachten solltest – im Sinne von Tiergesundheit, ethischem Impfschutz und aktuellem Wissenstand.

Warum ist die Erstimpfung so wichtig?

Welpen kommen mit einem gewissen Schutz zur Welt – sogenannten maternalen Antikörpern, die sie über die Muttermilch aufnehmen. Dieser sogenannte „Nestschutz“ bietet allerdings nur für kurze Zeit eine gewisse Immunität. Ab etwa der 8. Lebenswoche lässt er nach – und genau hier setzt die Erstimpfung an.

Das Ziel ist es, den Hund rechtzeitig gegen schwerwiegende, oft tödlich verlaufende Erkrankungen zu schützen – noch bevor er damit in Kontakt kommt.

Wann wird die Erstimpfung durchgeführt?

Die erste Impfung erfolgt in der Regel in der 8. Lebenswoche, bei manchen Tierärzt:innen auch ab der 6. Woche – je nach regionalem Seuchendruck oder spezifischen Umständen (z. B. Tierheim, Auslandshund).

Typischer Impfzeitplan für Welpen:

  • 8. Woche: Erste Grundimmunisierung
  • 12. Woche: Zweite Impfung (Booster)
  • 16. Woche: Dritte Impfung (falls erforderlich)
  • 15. Lebensmonat: Wiederholung der Impfung für vollständige Grundimmunisierung

Danach folgen regelmässige Wiederholungsimpfungen, abhängig vom Impfstoff und der jeweiligen Krankheit.

Gegen welche Krankheiten wird geimpft?

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) unterscheidet zwischen sogenannten Kernimpfungen (Core) und zusätzlichen Impfungen (Non-Core):

Kernimpfungen (Core):

Zusätzliche Impfungen (je nach Risiko):

  • Leptospirose (empfohlen, da zoonotisch – kann auch Menschen infizieren)
  • Bordetella bronchiseptica / Parainfluenza (Zwingerhusten-Komplex)
  • Leishmaniose, Babesiose etc. (bei Reisen in Risikogebiete)

Worauf solltest Du bei der Erstimpfung achten?

  • Der Welpe sollte gesund, fit und nicht verwurmt sein.
  • Die Entwurmung sollte idealerweise einige Tage vor der Impfung erfolgt sein.
  • Nach der Impfung kann es zu leichten Reaktionen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Schwellungen kommen – diese klingen meist innerhalb eines Tages ab.
  • Halte den Welpen nach der Impfung etwas ruhiger, vermeide Überforderung oder direkte Hundekontakte in den ersten 1–2 Tagen.

Was passiert, wenn nicht geimpft wird?

Ungeimpfte Welpen haben ein hohes Risiko, an vermeidbaren Krankheiten wie Parvovirose oder Staupe schwer zu erkranken – beide verlaufen häufig tödlich oder mit schweren Spätfolgen. Auch der Schutz anderer Tiere und Menschen (z. B. bei Tollwut oder Leptospirose) wird durch Impfung mitgetragen.

Der Verzicht auf Impfung sollte daher gut begründet und individuell abgewogen werden – am besten im Gespräch mit einem tierärztlichen Partner, der auch aktuelle regionale Risiken kennt.

Fazit: Verantwortung beginnt beim Impfschutz

Die Erstimpfung beim Hund ist ein entscheidender Schritt für ein gesundes Leben. Sie schützt nicht nur den Welpen selbst, sondern auch andere Tiere und Menschen. Wer frühzeitig impft, beugt langfristigen Problemen vor – und schafft eine solide Basis für eine gute Tiergesundheit.

Besprich den Impfplan mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt Deines Vertrauens – angepasst an Region, Umfeld und individuelle Risiken Deines Hundes.

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