Die Riechschleimhaut (Regio olfactoria) ist ein spezialisiertes Gewebe im Naseninneren des Hundes, das für die Verarbeitung von Geruchsstoffen zuständig ist. Sie bildet die Grundlage für den überragenden Geruchssinn der Hunde, der dem des Menschen um ein Vielfaches überlegen ist.
Anatomie und Aufbau
Die Riechschleimhaut befindet sich im oberen Bereich der Nasenhöhle. Sie unterscheidet sich von der normalen Nasenschleimhaut durch ihre Struktur und die enthaltenen Sinneszellen:
- Riechzellen – spezialisierte Nervenzellen, die Geruchsmoleküle erkennen
- Stützzellen – stabilisieren die Struktur und versorgen die Riechzellen
- Basalzellen – dienen der Regeneration und Neubildung von Riechzellen
- Bowman-Drüsen – produzieren ein Sekret, das Geruchsmoleküle löst und den Kontakt zu den Rezeptoren ermöglicht
Beim Hund ist die Riechschleimhaut besonders ausgedehnt. Sie umfasst bis zu 150 cm², während sie beim Menschen nur etwa 5 cm² misst.
Funktion der Riechschleimhaut
Die Riechschleimhaut ist der primäre Ort der Geruchswahrnehmung. Ihre Hauptaufgaben sind:
- Erkennen und Differenzieren von Geruchsstoffen
- Weiterleitung der Signale über den Riechnerv (Nervus olfactorius) an das Gehirn
- Unterstützung der Kommunikation über Pheromone und andere Duftstoffe
Dank der hohen Dichte an Riechzellen (bis zu 220 Millionen beim Hund gegenüber etwa 5 Millionen beim Menschen) können Hunde selbst geringste Konzentrationen von Duftmolekülen wahrnehmen.
Bedeutung für das Verhalten
Die Riechschleimhaut ist zentral für viele Verhaltensweisen des Hundes:
- Suche und Jagd – Fährtenarbeit, Wildsuche
- Soziale Kommunikation – Erkennen von Artgenossen und deren Status
- Sicherheit – Aufspüren von Gefahren oder Veränderungen in der Umwelt
- Orientierung – räumliche Navigation mithilfe von Duftspuren
Klinische Relevanz
Erkrankungen oder Schädigungen der Riechschleimhaut, etwa durch Infektionen, Verletzungen oder toxische Einflüsse, können den Geruchssinn erheblich beeinträchtigen. Dies wirkt sich direkt auf Lebensqualität, Verhalten und Orientierung des Hundes aus.
Fazit
Die Riechschleimhaut ist ein hochspezialisiertes Sinnesorgan, das den außergewöhnlichen Geruchssinn des Hundes ermöglicht. Sie ist essenziell für Kommunikation, Orientierung und Verhalten und macht Hunde zu unvergleichlichen Spür- und Begleittieren.



