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Die Macht der Ignoranz: Den Hund für die Erziehung ignorieren

Dunkler Mix mit fragendem Blick

Ignorieren ist eine Trainingstechnik, die es schon seit Jahrhunderten gibt. Sie kann sowohl effektiv als auch ineffektiv eingesetzt werden, daher ist es wichtig zu wissen, welche Faktoren bei der Anwendung dieser Technik eine Rolle spielen.

Die richtige Form der Ignoranz

Ignoranz gibt es übrigens in verschiedenen Ausprägungen und nur eine davon ist für die Hundeerziehung relevant. Es gibt das absichtliche und das unbewusste/unabsichtliche Ignorieren.

Wenn Sie Ihren Hund absichtlich ignorieren, bedeutet das, dass Sie bewusst versuchen, sich nicht mit ihm zu beschäftigen, vielleicht weil er etwas falsch gemacht hat oder weil er eine Auszeit vom Spielen braucht. Wenn Sie hingegen einfach nur zu beschäftigt oder abgelenkt sind, steckt keine Absicht hinter dem Ignorieren – es passiert einfach ganz natürlich.

Für die Erziehung des Hundes macht nur das absichtliche Ignorieren Sinn: damit “bestrafen” Sie ihn für ein Verhalten, das er nicht wiederholen soll. Diese Form der Bestrafung ist ideal, da sie absolut gewaltfrei ist und zudem noch sehr gut funktioniert.

So sieht die perfekte Ignoranz aus

Ignorieren ist manchmal leichter gesagt als getan. Zum vollständigen Ignorieren gehört nämlich die Kombination aus all diesen Faktoren:

  • keinerlei Reaktion auf das Verhalten des Hundes
  • keine auffälligen Bewegungen
  • kein Blickkontakt!
  • keine Worte, Rufe oder Laute (auch kein Pfeifen etc.)
  • keine Berührungen

Wie Ignorieren das Verhalten des Hundes beeinflusst

Hunde legen ein bestimmtes und individuell teils unterschiedliches Verhalten an den Tag, wenn sie etwas wollen. Oft beinhaltet das, die Aufmerksamkeit ihres Halters zu erregen. Nachfolgend ein paar Beispiele:

  • der Hund springt seinen Halter oder andere Personen an
  • er kratzt an der Tür oder bellt vor dem Eingang, wenn er Gassi gehen will
  • der Hund springt Sie an, bellt oder ist insgesamt sehr aufgeregt, wenn er Futter haben will
  • er buddelt im Garten oder beim Spaziergang in der Erde
  • der Hund ist beim Essengehen mit dabei und fängt an zu winseln oder bellen, weil er ungeduldig ist
  • er beschädigt oder zerstört bestimmte Dinge im Haushalt, wie Hausschuhe, Teppich, Gardinen, Möbel oder ähnliches

Das Verlangen, sofort auf eines oder mehrere solcher Verhalten zu reagieren – mit Unterbindung – ist natürlich gross. Tun Sie das, erreichen Sie damit in der Regel allerdings nicht viel, mit Ausnahme davon, dass der Hund endlich Ihre Aufmerksamkeit erlangt hat. Strafen Sie ihn hingegen mit Ignoranz, wird er lernen, dass seine Aktionen nichts bringen.

Der Zeitpunkt ist entscheidend

Das Ignorieren bringt demzufolge nur dann etwas, wenn der Hund mit seinem Verhalten eine Erwartungshaltung verbindet. Er erwartet eine Reaktion seines Halters, bzw. dessen Aufmerksamkeit.

Somit ist Ignoranz nur dann von Erfolg gekrönt, wenn sie während der Zeitspanne besagten unerwünschten Verhaltens geschieht. Eine kurze “Nachlaufzeit” gehört aber auch dazu – mindestens so lange, bis der Hund sich sichtlich beruhigt hat oder Desinteresse zeigt.

Ein paar Praxisbeispiele

Da all das immer noch leichter gesagt als getan klingt, setzen wir die Empfehlungen nun mal in die Tat um.

  • Der Hund springt Besucher zur Begrüssung an. Diese gehen einfach an ihm vorbei, schauen und sprechen ihn dabei nicht an. Erst, wenn der Hund sich beruhigt hat und deutlich von den Besuchern distanziert, erhält er vom Halter eine Belohnung.
  • Der Halter entscheidet, wann Zeit für Gassi ist. Bellt der Hund vor der Tür oder kratzt, wird er solange ignoriert, bis er dieses Verhalten einstellt. Erst dann holt der Halter die Leine und bringt den Hund nach draussen.
  • Genauso sieht es bei der Fütterung aus – der Halter bestimmt die Uhrzeit. Gefüttert wird erst dann, wenn der Hund sich sichtbar beruhigt hat.
  • Bei der mutwilligen Zerstörung von Gegenstanden oder Mobiliar sieht das Ganze etwas schwieriger aus. Hier ist konsequenteres Training gefragt. Das kann so aussehen, dass der Halter den Hund bewusst mit den Dingen konfrontiert, die er so gerne anknabbert. Tut er das tatsächlich, ignorieren Sie ihn. Lässt er hingegen davon ab oder fängt erst gar nicht damit an, belohnen Sie den Hund dafür.
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