Was tue ich, wenn ich einen Hund bei Hitze im Auto sehe?

Hund in Auto mit Dog Mode eingesperrt.Scheibe zu

Nicht nur in Deutschland durchleben wir einen ziemlich heissen Sommer – und der ist noch nicht vorbei. Obwohl Tierschutzorganisationen wiederholt darauf hinweisen, Hunde bei Hitze nicht im parkenden Auto zu lassen, passiert das immer wieder. Vielen Hundefreunden stellt sich da die Frage: wie verhalte ich mich, wenn ich einen Hund bei Hitze im Auto bemerke?

Schritt 1: Die Situation einschätzen

Bevor man vielleicht doch etwas zu beherzt vorgeht, indem man Einsatzkräfte ruft oder gar eine Autoscheibe einschlägt, ist Situationsbewusstsein gefragt. In vielen berichteten Fällen kehren die Halter von parkenden Autos zurück, bevor man tatsächlich zur Tat schreiten kann. Zur Einschätzung der Zeitfrage ist vor allem wichtig, zu überprüfen: handelt es sich tatsächlich um einen Notfall? Ist der Hund im Auto sichtbar zu hoher Hitze ausgesetzt? Einige Fahrzeuge haben Stand-Klimaanlagen, bei Tesla gibt es beispielsweise den Dog-Mode.

Schritt 2: Versuchen, den Halter ausfindig zu machen

Das kommt natürlich ganz darauf an, wo das Auto mit dem Hund parkt. In einer Einkaufsstrasse mit mehreren Geschäften gibt es dementsprechend viele Möglichkeiten, wo der Halter sich gerade aufhält. Auf einem grösseren Parkplatz vor einer einzelnen Filiale besteht die erste Idee darin, den Halter im angrenzenden Geschäft ausrufen zu lassen. Sind um dich herum Menschen unterwegs, versuche zuerst durch Rufen auf die Situation aufmerksam zu machen – vielleicht ist zufälligerweise der zuständige Halter unter ihnen.

Einsatzkräfte rufen oder selbst einschreiten?

Grundsätzlich ist es immer besser, es trainierten Einsatzkräften zu überlassen, Hunde bei Hitze aus parkenden Autos zu befreien. Zum einen geht es meistens durch gezielte und geschulte Handgriffe einfach schneller. Zum anderen muss man auch tunlichst darauf achten, weder sich noch den Hund im Auto z.B. durch Einschlagen einer Scheibe zu verletzen. Es hat aber noch einen anderen Grund: muss man das Auto aufbrechen oder eine Scheibe einschlagen, um den Hund zu befreien, handelt es sich um Sachbeschädigung. Dem Fahrzeughalter stünde es daher zu, Strafanzeige gegen den Schädiger zu stellen. Handelt es sich dabei um Polizei oder Feuerwehr, ist die Beweislast recht einfach. Eine Privatperson müsste erst nachweisen, dass es sich um einen Notfall handelte, um einen Anspruch auf Schadenersatz abzuwehren.

Wie beweise ich im Nachhinein, dass es sich um einen Notfall handelt?

Musst du letzten Endes doch selbst Hand anlegen, bleibst du auf der sicheren Seite, indem du ein paar einfache Tipps beherzigst. Dieses Vorgehen hat nebenbei den Vorteil, dass dadurch teilweise der Halter auf die Situation aufmerksam wird und sich der „Zugriff“ doch von selbst erledigt.

  1. Wähle den Notruf. Die Dienststelle teilt dir i.d.R. ihrerseits ihre Einschätzung mit. Dies ist dein erster Beweis, dass es sich für dich um eine Notsituation handelt.
  2. Dauert es dir zu lange, auf Einsatzkräfte zu warten oder greifst du aus anderen Gründen selbst ein, dokumentiere zuvor nach Möglichkeit die Situation: bestenfalls schiesst du ein Foto von dem Hund bei Hitze im Auto. Hast du nichts zur Hand, notiere dir mindestens alle wichtigen Details (Datum, Uhrzeit, Autokennzeichen). Ziehe nach Möglichkeit weitere Augenzeugen hinzu.
  3. Anzeige gegen Anzeige: Wenn du eine Anzeige wegen Tierquälerei stellst, hebt das eine mögliche Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen dich zwar nicht auf, aber du beweist damit noch einmal deine Einschätzung eines Notfalls. Jede Anklage wegen Sachbeschädigung erübrigt sich im Falle eines rechtfertigenden Notstands.
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Ich habe schon geschrieben, noch bevor Computer selbstverständlich wurden. Schon als Kind habe ich mir die Schreibmaschine meiner Eltern geschnappt und drauflos getippt: Geschichten, Beobachtungen, Gedanken. Hauptsache Worte. Mein Zugang zu Hunde-Themen ist kein klassischer. Lange Zeit war ich eher skeptisch, geprägt von weniger guten Erfahrungen. Umso mehr hat es mich überrascht, als ich – dank Roger – erlebt habe, wie verantwortungsvoll und bewusst gute Hundehaltung funktionieren kann. Dieser Perspektivwechsel begleitet meine Arbeit bis heute. Bei rundum.dog bin ich als Content Managerin an vielen Stellen beteiligt, an denen aus Ideen fertige Beiträge werden. Ich recherchiere Themen, plane Inhalte, schreibe Artikel, begleite Gastbeiträge redaktionell, veröffentliche Texte und betreue die Social-Media-Kanäle. Mein Blick richtet sich dabei immer auf das grosse Ganze: Welche Themen sind relevant? Welche Fragen stehen dahinter? Und wie lassen sich Inhalte so aufbereiten, dass sie verständlich, fundiert und für unsere Leser wirklich hilfreich sind? Ich glaube, dass Emotionen allein nicht ausreichen. Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Information, Selbstreflexion und Bereitschaft zum Hinterfragen zusammenkommen. Mit meinen Texten möchte ich genau dazu beitragen.

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