Kölner Galgo-Marsch 2026: Tausende Menschen protestieren gegen das Leid spanischer Jagdhunde

Mehr als 2000 Menschen und 4000 Hunde in der Kölner Innenstadt

Köln – Am Samstag, den 31. Januar 2026, haben mehr als 2000 Menschen gemeinsam mit über 4000 Hunden in der Kölner Innenstadt ein deutliches Zeichen für den Tierschutz gesetzt. Anlass war der 11. Kölner Galgo-Marsch, der wie in den vergangenen Jahren auf das Schicksal spanischer Jagdhunde aufmerksam machte.

Der Demonstrationszug startete am Bürgerhaus Stollwerck und führte durch die Kölner City bis zum Heumarkt. Der Termin ist bewusst gewählt: Der Marsch findet jährlich am Ende der Jagdsaison in Spanien statt, kurz vor dem 1. Februar, dem sogenannten Welt-Galgo-Tag. Dieser wurde ins Leben gerufen, um international auf das systematische Leid spanischer Windhunde – der Galgos – sowie weiterer Jagdhunderassen wie Podencos, Setter oder Bretonen aufmerksam zu machen.

Jagdhunde als Wegwerfware: Systematisches Aussortieren nach der Jagdsaison

Im Mittelpunkt der Kundgebung standen die Lebens- und Haltungsbedingungen, unter denen viele dieser Hunde in Spanien gehalten werden. Galgos und andere Jagdhunde gelten dort vielfach nicht als fühlende Lebewesen, sondern als reines Jagdwerkzeug. Mit dem Ende der Jagdsaison beginnt für zehntausende Tiere jedes Jahr das massenhafte Aussortieren: Hunde, die als nicht mehr leistungsfähig, zu schwach oder schlicht „unnütz“ gelten, werden nicht weiter versorgt, sondern beseitigt.

Grausame Tötungen sind kein Einzelfall, sondern Teil des Systems

Die Formen, in denen sich Jäger ihrer Hunde entledigen, sind nachweislich grausam. Tiere werden erschlagen, ertränkt, erschossen, ausgesetzt oder lebendig entsorgt. Immer wieder werden Hunde mit schweren Verletzungen ihrem Schicksal überlassen, an abgelegenen Orten angebunden oder in Brunnen, Schluchten und Müllcontainern zurückgelassen. Diese Tötungen sind kein Randphänomen, sondern Ausdruck eines Systems, das Jagdhunde als austauschbares Material behandelt.

Offizielle Zahlen sprechen von mehr als 50.000 Galgos und anderen Jagdhunden, die jährlich getötet oder ausgesetzt werden. Tierschutzorganisationen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt. Betroffen sind nicht nur alte oder verletzte Tiere – das Aussortieren beginnt bereits im Welpenalter. Hunde, die zu schwach erscheinen, werden frühzeitig beseitigt, leistungsfähige Tiere hingegen häufig nach kurzer Jagdkarriere für die Zucht missbraucht und unter elenden Bedingungen gehalten.

Gesetzlicher Tierschutz gilt nicht für Jagd- und Gebrauchshunde

Besonders brisant ist die rechtliche Lage: Obwohl Spanien 2023 ein neues Tierschutzgesetz verabschiedet hat, sind Jagdhunde und sogenannte Gebrauchshunde ausdrücklich davon ausgenommen. Während Haushunde rechtlich geschützt sind, dürfen Galgos und andere Jagdhunde weiterhin ohne Sanktionen misshandelt, getötet oder entsorgt werden. Auch die Unterstellung der Jagdhunde unter das spanische Landwirtschaftsministerium im Herbst 2025 hat an dieser Situation nichts verbessert.

Klare Forderung an Politik und EU: „Mismos perros, misma ley“

Am Heumarkt sprachen in diesem Jahr sieben Rednerinnen und Redner aus Politik und internationalem Tierschutz. Sie forderten einheitlich, dass sich die EU stärker in die Verantwortung nimmt und auf eine Gleichstellung aller Hunde im spanischen Tierschutzrecht hinwirkt. Der zentrale Appell lautete:
„Mismos perros, misma ley“ – alle Hunde sind vor dem Gesetz gleich.

Eine wachsende Bewegung über Köln hinaus

Der Kölner Galgo-Marsch findet seit 2016 statt und hat sich seitdem zu einer der größten Veranstaltungen dieser Art entwickelt. Während im ersten Jahr rund 150 Menschen mit etwa 200 Hunden teilnahmen, gingen 2026 bereits 2000 Menschen mit rund 4000 Hunden auf die Straße. Inzwischen finden Galgomärsche auch in weiteren deutschen Städten sowie europaweit, seit Kurzem sogar in den USA und Mexiko statt.

Der nächste Termin steht bereits fest: Der 12. Kölner Galgo-Marsch wird am Samstag, den 30. Januar 2027, stattfinden.

Ausblick: Auftakt zu einer vertiefenden Auseinandersetzung

Der Kölner Galgo-Marsch ist mehr als eine einzelne Demonstration. Er ist ein sichtbarer Auftakt zu einer notwendigen, tiefergehenden Auseinandersetzung mit dem Leid von Jagd- und Gebrauchshunden in Spanien. In den kommenden Artikeln werden wir genauer hinschauen: auf die rechtlichen Hintergründe, die Rolle der Jagdindustrie, die Situation vor Ort – und auf die Frage, warum dieses Thema längst kein rein spanisches Problem mehr ist, sondern ein europäisches.

 

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Ich bin Journalist und seit Februar 2026 redaktionell verantwortlich für das Portal rundum.dog. In dieser Funktion trage ich die journalistische Verantwortung für die inhaltliche Ausrichtung, die redaktionelle Qualität sowie die Veröffentlichung der Beiträge. Meine Arbeit ist geprägt von einer sachlichen, faktenbasierten Herangehensweise und dem Anspruch, auch komplexe oder kontrovers diskutierte Themen nachvollziehbar und differenziert einzuordnen. Mich interessiert weniger das Idealbild als die praktische Realität: Wie funktionieren Strukturen im Alltag tatsächlich? Wo entstehen Barrieren – offen oder unbewusst? Und wie lassen sich Zusammenhänge verständlich darstellen, ohne sie zu vereinfachen oder zu verkürzen? Thematisch bewege ich mich an der Schnittstelle von Hundehaltung, Hundesport und gesellschaftlichen Fragestellungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Hundetraining und Hundesport unter realen Bedingungen. Ich bin ein Mensch mit Handicap und nutze einen Rollstuhl. Eigene Alltagserfahrungen fließen in die Arbeit ein, ohne sie zum Maßstab zu machen. Über das Leben und Training mit meinem Hund Carl veröffentliche ich bei rundum.dog regelmäßig Kolumnen, jeweils mittwochs und samstags. Im Fokus stehen dabei Fragen nach Verantwortlichkeit, Trainingspraxis, Belastbarkeit von Konzepten und dem Zusammenspiel von Alltag, Leistung und Anspruch. Meine journalistische Arbeit orientiert sich an etablierten redaktionellen und ethischen Standards. Dazu gehören sorgfältige Recherche, transparente Arbeitsweisen und eine klare Trennung von Berichterstattung, Meinung und Interessen. Ziel ist eine sachliche, überprüfbare Darstellung von Themen, die unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt und Argumente nachvollziehbar einordnet. Entscheidend ist für mich eine Berichterstattung, die erklärt, kontextualisiert und offen bleibt für begründete Gegenpositionen. Journalistisch arbeite ich seit vielen Jahren für regionale und überregionale Medien. Unter anderem habe ich für Titel der Neuen Pressegesellschaft geschrieben, zu der auch die Märkische Oderzeitung gehört. 2023 habe ich im Rahmen meiner journalistischen Tätigkeit in Osteuropa recherchiert und berichtet, unter anderem zu den Auswirkungen des Krieges auf den Alltag der Zivilbevölkerung. Gemeinsam mit dem Herausgeber verstehen wir rundum.dog als journalistisches Magazin für Hundehalterinnen und Hundehalter aus unterschiedlichen Lebensrealitäten und mit unterschiedlichen Anforderungen. Tierschutz ist dabei eine zentrale Leitlinie der redaktionellen Arbeit und wird als Verantwortung verstanden, die Fachlichkeit, Alltagstauglichkeit und Praxisbezug verbindet. Ziel des Magazins ist es, Orientierung zu bieten und dazu beizutragen, dass Mensch und Hund als Team verlässlich und nachhaltig zusammenarbeiten – im Alltag, im Training und im Sport.

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