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Nachweise & Prüfungen
In manchen Bundesländern Deutschlands ist ein Sachkundenachweis oder Hundeführerschein eine Voraussetzung für Hundehaltung, in anderen gar nicht. Österreich macht es seit 2026 obligatorisch – alle Halter müssen einen vierstündigen Theoriekurs und einen Praxisteil absolvieren. Die Schweiz verlangt ab Juni 2025 kantonsabhängig Kurse für Ersthundehalter. Diese Seite zeigt, wo Prüfungen verlangt werden, was darin geprüft wird und wie Du Dich vorbereiten kannst.
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Brauche ich einen Hundeführerschein oder Sachkundenachweis?
Deutschland: Regional unterschiedlich
In 7 von 16 Bundesländern ist ein Sachkundenachweis oder Hundeführerschein Pflicht: NRW, Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. In NRW ist er für Ersthundehalter von Listenhunden zwingend, in Hamburg für alle Hunde. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern fordern ihn nicht. Die anderen Bundesländer handhaben es gemischter – Kommunen können eigene Regelungen treffen.
Österreich: Ja, ab 2026 für alle
Der Haustierführerschein (auch Sachkundenachweis genannt) wird ab Juli 2026 in Österreich Pflicht. Alle bisherigen Hundehalter müssen ihn bis Mitte 2026 absolvieren, alle Neuhundehalter VOR Hundeanschaffung. Das gilt bundesweit in allen neun Bundesländern.
Schweiz: Ja, aber kantonabhängig
Im Kanton Zürich und einigen anderen Kantonen ist ein Sachkundenachweis für Ersthundehalter seit Juni 2025 Pflicht. Der Kanton Bern verlangt ihn ebenfalls, das Wallis nicht. Frag beim eigenen Kanton nach – die Regelungen unterscheiden sich stark.
Was wird beim Sachkundenachweis geprüft?
Theorie-Teil (überall ähnlich)
Die Theorie fragt Dein Wissen über Hundeverhalten, Körpersprache und Kommunikation ab. Auch Ernährung, Gesundheit, Impfpflichten und typische Krankheiten kommen vor. Rechtliche Fragen sind zentral: Haftpflichtversicherung, Leinenpflicht, Anmeldepflicht, Strafen bei Verstößen. Einige Tests prüfen auch Zucht-Grundlagen und das Verbot von Qualzuchten.
Praxis-Teil (mit Trainer oder Zertifizierer)
Im Praktischen Teil demonstrierst Du, dass Du Deinen Hund führen kannst. Das heißt: Der Hund sitzt, bleibt, folgt auf der Leine, antwortet auf Sicht. Auch Ablösungsfähigkeit und Verhalten gegenüber anderen Hunden werden geprüft. Der Trainer/Prüfer schaut, ob Du Signale verstehst, Körpersprache erkennst und angemessen reagierst.
Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und Schweiz
Deutschland: Theorie 4–8 Stunden, je nach Bundesland. Praxis optional oder 4–6 Stunden. Österreich: Theorie vor Hundeanschaffung (4 Stunden), Praxis innerhalb 12 Monate (2 Stunden). Schweiz (z.B. Zürich): Theorie 2 Stunden (mit Prüfung ab März 2026), Praxis 6 Stunden. Insgesamt kostet das zwischen 150 und 500 Euro, je nach Land und Anbieter.
Welche Fragen zum Sachkundenachweis sind häufig?
Brauche ich einen Hundeführerschein für einen Hund aus dem Tierschutz?
Ja. Ein Hund ist ein Hund – ob aus dem Tierschutz, vom Züchter oder von Privatperson ist rechtlich egal. In Bundesländern mit Sachkundepflicht musst Du die Prüfung vor oder kurz nach Übernahme absolvieren. Zahlreiche Tierschutz-Organisationen helfen bei Kursen oder empfehlen zertifizierte Trainer.
Was passiert, wenn ich den Sachkundenachweis nicht mache?
Das ist Ordnungswidrigkeit. In Deutschland drohen Bußgelder von 50–1000 Euro. Österreich: Geldbußgeld bis 7500 Euro (bzw. Geldstrafe bis 12 Monate Freiheitsstrafe in schweren Fällen). Die Schweiz: Bußgelder je nach Kanton, meist 200–1000 Franken. Dazu kann die Gemeinde den Hund beschlagnahmen.
Kann ich den Sachkundenachweis online machen?
Teilweise. Österreich erlaubt den 4-stündigen Theorieteil online, die Praxis muss persönlich stattfinden. Deutschland: Manche Anbieter bieten Hybrid-Kurse (Online-Theorie + Präsenz-Praxis), aber die meisten Bundesländer-Vorgaben schreiben Präsenz vor. Schweiz: Theorie kann online sein, Praxis ist obligatorisch mit Trainer vor Ort.
Gilt mein Sachkundenachweis aus einem Bundesland überall?
Ja, in Deutschland untereinander – ein in NRW erworbener Nachweis wird in Schleswig-Holstein anerkannt. Zwischen Deutschland und Österreich nicht automatisch: Ein deutscher Nachweis wird in Österreich nicht anerkannt. In die Schweiz: Erkundige Dich beim Zielkanton. Sicher ist: Kurse vor Ort sind die sicherste Variante.