(Alb)Traumberuf Tierarzt: Studie mit erschreckenden Ergebnissen

Tierärztin lacht mit Hund gesund

Als Kind wollte ich Tierärztin werden. Kommt dir das vielleicht bekannt vor? Tierarzt war mein Traumberuf, bis ich alt genug war, um auch mal hinter die Kulissen zu blicken: schwer verletzte Tiere nicht retten können, sie vielleicht sogar einschläfern müssen, das war für mich dann doch unvorstellbar. Eine Studie aus Deutschland zeigte nun, dass der „Traumberuf Tierarzt“ einen hohen Tribut fordert.

Studie zu mentaler Gesundheit von Tierärzten

Eine Studie der Universitäten Berlin und Leipzig aus dem Jahr 2020 befasste sich gezielt mit der deutlich romantischen Vorstellung des Berufsbilds Tierarzt. Über 3.000 Tierärzte nahmen an der Studie teil und gaben in diesem Zuge unter anderem Antworten auf Fragen zu ihrem seelischen Gleichgewicht.

Albtraumberuf Tierarzt? Von Stress, emotionaler Belastung und Suizidgefahr

Besonders erschreckend war das Ergebnis der Befragung, welches zeigte, dass fast ein Fünftel der Tierärzte schon einmal Selbstmordgedanken hegte. Darüber hinaus fördern die tatsächlichen Bedingungen des Berufsbilds Tierarzt Depressionen.

Etwa 30 Prozent der befragten Tierärzte zeigten deutliche Anzeichen von depressiven Erkrankungen. Hauptgrund dafür ist die Erschöpfung – vergleichbar mit einem Burnout.

Nachteile des Traumberufs Tierarzt

„Augen auf bei der Berufswahl“, so sagt man doch. Natürlich wollen wir an dieser Stelle niemandem davon abraten, den Berufsweg des Tierarztes einzuschlagen – ein ehrenwerter Job, keine Frage. Nur leider oft sehr undankbar.

Der Beruf des Tierarztes kommt mit einer starken emotionalen Belastung einher. Die Konfrontation mit Todesfällen von Tieren ist nur einer davon. Da es keine Verpflichtung für Tier-Krankenversicherungen gibt, lassen Kunden das Gefühl von Hilflosigkeit und Wut allzu oft an den Tierärzten aus, wenn die Behandlungskosten einmal unerwartet hoch ausfallen.

Auch die Arbeitszeiten von Tierärzten sind nicht unbedingt gut für die Erhaltung der seelischen Gesundheit. Viele bieten neben ihren allgemeinen Praxiszeiten nämlich Notfallsprechstunden oder sogar Hausbesuche an.

Letztlich stellt sich natürlich auch die Frage, ob die Verdienstmöglichkeiten von Tierärzten die erforderliche Studienzeit angemessen entschädigen.

Deutschland plant Suizidprävention für Tierärzte

Wer den Traumberuf Tierarzt in Deutschland studieren wollte (übrigens heisst das Studium richtig eigentlich Veterinärmedizin), konnte bis dato „mentale Gesundheit“ als freiwilliges Nebenfach belegen. Zumindest dieser Punkt soll sich nach der Studie künftig ändern. Besagtes Wahlfach soll in Zukunft verpflichtend zum Studium gehören.

Auch die Schaffung einer Informationsseite, die sich mit Hilfsangeboten gezielt an Tierärzte richtet, ist geplant. Die Pflicht zum Abschluss einer Tier-Krankenversicherung für Tierhalter hingegen bleibt umstritten.

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Ich habe schon geschrieben, noch bevor Computer selbstverständlich wurden. Schon als Kind habe ich mir die Schreibmaschine meiner Eltern geschnappt und drauflos getippt: Geschichten, Beobachtungen, Gedanken. Hauptsache Worte. Mein Zugang zu Hunde-Themen ist kein klassischer. Lange Zeit war ich eher skeptisch, geprägt von weniger guten Erfahrungen. Umso mehr hat es mich überrascht, als ich – dank Roger – erlebt habe, wie verantwortungsvoll und bewusst gute Hundehaltung funktionieren kann. Dieser Perspektivwechsel begleitet meine Arbeit bis heute. Bei rundum.dog bin ich als Content Managerin an vielen Stellen beteiligt, an denen aus Ideen fertige Beiträge werden. Ich recherchiere Themen, plane Inhalte, schreibe Artikel, begleite Gastbeiträge redaktionell, veröffentliche Texte und betreue die Social-Media-Kanäle. Mein Blick richtet sich dabei immer auf das grosse Ganze: Welche Themen sind relevant? Welche Fragen stehen dahinter? Und wie lassen sich Inhalte so aufbereiten, dass sie verständlich, fundiert und für unsere Leser wirklich hilfreich sind? Ich glaube, dass Emotionen allein nicht ausreichen. Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Information, Selbstreflexion und Bereitschaft zum Hinterfragen zusammenkommen. Mit meinen Texten möchte ich genau dazu beitragen.

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