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Krankheiten & Zustände
Hundekrankheiten lassen sich in unterschiedliche Gruppen einteilen. Manche treten akut und dramatisch auf – wie eine Magendrehung – und erfordern sofortige tierärztliche Hilfe. Andere entwickeln sich schleichend über Monate oder Jahre: Arthrose, Zahnerkrankungen, Diabetes. Wieder andere sind rassetypisch und beeinflussen die Lebensqualität eines Hundes permanent, lassen sich aber managen. Welche Erkrankungen Du konkret kennen solltest, zeigt Dir dieser Überblick – er hilft Dir, Symptome früh zu erkennen und zwischen Notfall und Routinebesuch zu unterscheiden.
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Was verstehen Tierärzte unter den Erkrankungsgruppen beim Hund?
In Tierarztpraxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz lassen sich Hundekrankheiten nach ihrer Art einteilen. Parasitäre und Infektionskrankheiten entstehen durch Erreger oder Parasiten, die von außen in den Körper eindringen – darunter fallen Zeckenerkrankungen wie Borreliose und innere Parasiten wie Giardien. Degenerative Erkrankungen verschärfen sich mit dem Alter: Arthrose zerstört Gelenkknorpel langsam, aber unwiederbringlich. Allergische und Entzündungserkrankungen entstehen durch Überreaktionen des Immunsystems – atopische Dermatitis und Ohrenentzündungen sind die häufigsten. Erbliche und Stoffwechselerkrankungen sind angeboren oder entstehen durch biologische Fehlfunktionen wie Diabetes mellitus.
Welche Erkrankungsgruppen treten am häufigsten auf?
Hauterkrankungen und Ohrenentzündungen landen Statistiken zufolge ganz oben. Das liegt auch daran, dass Ohrenentzündung die häufigste einzelne Erkrankung bei Tierarztbesuchen ist – besonders bei Hunden mit Schlappohren. Allergische Reaktionen und damit verbundene Hautprobleme werden immer häufiger. Gelenkerkrankungen entstehen dagegen erst später, nehmen aber mit dem Alter deutlich zu. Die chronische Gelenkerkrankung Arthrose ist nicht heilbar, da sie zu einer fortschreitenden Zerstörung des Gelenkknorpels führt – eine Tatsache, die viele Hundebesitzer überrascht. Herzerkrankungen schließlich sind bei älteren Hunden verbreiteter als oft gedacht: Die Mitralendokardiose ist die häufigste Herzerkrankung des Hundes.
Wann unterscheidet der Tierarzt zwischen akuten und chronischen Erkrankungen?
Akute Erkrankungen treten plötzlich auf und verschlimmern sich schnell – eine Magendrehung oder eine akute Gastritis zeigen innerhalb von Stunden Symptome. Chronische Erkrankungen verlaufen über Wochen, Monate oder Jahre. Hüftdysplasie etwa ist lebenslang present, die Beschwerden können aber durch Gewicht und Training beeinflusst werden. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Ein akuter Notfall braucht sofort einen Tierarzt, eine chronische Erkrankung braucht Strategie und Geduld. Manche Erkrankungen fangen akut an und werden chronisch – eine Tracheobronchitis beginnt mit Symptomen, kann aber in chronischen Husten übergehen.
Häufige Fehler – und was wirklich hilft
Viele Hundebesitzer warten zu lange mit dem Tierarztbesuch, weil sie hoffen, dass Symptome von allein verschwinden. Das funktioniert nur selten – gerade bei Hauterkrankungen und Ohrenentzündungen wird durch das Warten der Befund komplizierter und die Behandlung länger. Ein anderer Fehler: Man gibt dem Hund Medikamente aus Vorräten, ohne die genaue Diagnose zu kennen. Das kann den wahren Ursprung der Erkrankung verschleiern und zu Resistenzen führen. Besonders problematisch sind Versuche, diagnostische oder therapieentscheidende Untersuchungen daheim zu ersetzen – eine Blutuntersuchung, ein Röntgen oder eine Untersuchung des Ohrs mit Otoskop brauchst Du letztlich nur beim Tierarzt.
Wann brauchst Du professionelle Unterstützung?
Jede plötzliche Verhaltensänderung, Ohnmacht, Lähmung oder Atemnot ist ein Notfall. Blutungen, starke Bauchschmerzen und Erbrechen mehrmals hintereinander gehören ebenfalls dazu. Bei Ohrenentzündung, Hautausschlägen, leichtem Hinken oder anhaltender Müdigkeit brauchst Du nicht sofort einen Notfalldienst – aber einen regulären Termin sollte in Tagen stattfinden, nicht in Wochen. Für komplexere Diagnosen oder wenn eine Erkrankung auf Standard-Therapie nicht anspricht, ist der Gang zu einem Spezialisten (Hautarzt, Orthopäde) sinnvoll.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich meinen Hund zur Vorsorge beim Tierarzt vorstellen?
Welpen und junge Hunde brauchen mehr Termine für Impfungen und Untersuchungen. Ab einem Alter von 7 Jahren ist eine jährliche Untersuchung plus Zahnkontrolle standard. Senior-Hunde ab 10 Jahren profitieren von 2 Terminen pro Jahr.
Was kostet eine Diagnose bei Hundekrankheiten?
Eine einfache Untersuchung in einer deutschen Praxis beginnt bei 25–50 Euro. Blutuntersuchungen kosten 100–300 Euro, Röntgen 150–400 Euro. Notfall-Behandlungen sind teurer. Eine Hundekrankenversicherung kann diese Kosten decken, je nach Tarif.
Sind Hundekrankheiten vererbbar?
Ja, manche sind es deutlich. Hüftdysplasie tritt gehäuft in bestimmten Rassen auf und wird vererbt. Grüner Star (Glaukom) bei Chow-Chows oder Dalmatinern hat genetische Grundlagen. Der seriöse Züchter testet deshalb seine Elterntiere und gibt Auskunft über die genetische Belastung.